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Bild zeigt zwei Gruppenmotive zu Kandidaten für die Kommunalwahl

Frage vom Trierischen Volksfreund zu den Ziele für das 2. Halbjahr 2020

Guten Tag Frau Dettmer,
hier unsere Ausführungen zu Ihrer Anfrage:

Vergleicht man unsere Anliegen und Vorschläge vom Januar 2020 mit dem Ist-Stand im August 2020 wird deutlich, dass es trotz Corona bei einigen Projekten Fortschritte gibt:

  • Die Architektenwettbewerbe für den Neubau der Feuerwache, den Umbau der Grundschule Süd/ den Neubau der Turnhalle und des Parkhauses können demnächst anlaufen.
  • Die Bauarbeiten bei der Kindertagesstätte in der Alten Kaserne schreiten zügig voran.
  • In Matzen können die Bagger im neuen Baugebiet im September anrollen, während sie in Mötsch beim Dorfgemeinschaftshaus bereits wieder abziehen können. Denn das DGH steht kurz vor seiner Fertigstellung.

In manchen Bereichen stagniert jedoch leider die Entwicklung.
Beispielsweise im Kerngebiet unserer Stadt, dem Bedaplatz. Hatten wir bereits in der Vergangenheit Bedenken bezüglich der neuen „Einkaufswelten“, so sind nun die vorgestellten Pläne zur angedachten Nutzung wohl hinfällig. Denn wer braucht noch mehr Einkaufsfläche angesichts eines sich massiv verändernden Kaufverhaltens? Wer weitere Büroflächen nach den überwiegend positiven Erfahrungen mit Homeoffice?
Doch die Fläche rund um den Bedaplatz ist zu wertvoll, um weitere Jahrzehnte als Brache mit Schmuddelecken vor sich hinzudämmern. Die Umgebung wird ebenfalls entwertet und das Image von Bitburg nimmt Schaden. Ein Paradigmenwechsel muss deshalb stattfinden- weg vom Konsum, hin zu innerstädtischem Wohnen mit Erholungs-, Freizeit- und Begegnungsmöglichkeiten, beispielsweise in einer neuen Regio-Markthalle.

Während der Ausbau der Fußgängerzone und der angrenzenden Plätze zügig voranschreitet, ist die Zahl der Leerstände in der Innenstadt erschreckend gestiegen. Diese Entwicklung hat sich bereits in den letzten Jahren angedeutet. Die mit Corona verbundenen Maßnahmen und Ängste haben diese Entwicklung lediglich beschleunigt. Wenn wir nicht dem langsamen Sterben der Innenstadt zusehen wollen, braucht es umgehend kreative Ideen und viel Kooperation. Daraus entstehen neue Impulse für eine Belebung der gesamten Innenstadt. Siehe Belebung des Petersplatzes.
Als Kommune können wir einiges dazu beitragen. Beispielsweise sollte die Umwidmung von Geschäftsräumen in Wohnräume erleichtert werden, die Schulen und Kitas innenstadtnah verbleiben und das Stadtmarketing einen neuen Stellenwert erhalten.

Bei Schulen und Kitas wird es in den nächsten Jahren viel Handlungs- und Investitionsbedarf geben. Die Kinderzahlen steigen. Gesetzliche Bestimmungen bezüglich Raumbedarf und Sicherheit erfordern Um- und Neubauten. Wir brauchen deshalb dringend eine Gesamtübersicht der zu erwartenden Kinderzahlen, der sich daraus ergebenden Maßnahmen mit Zeitfenster und Kosten sowie der bereits überfälligen Renovierungs- und Sicherheitsmaßnahmen.  Bleibt zu hoffen, dass wir letztendlich für die nachwachsenden Generationen Räumlichkeiten und Umgebungen schaffen, in denen das Entdecken, Lernen und Zusammenleben Freude macht.

Noch zahlreiche weitere Handlungsfelder stehen auf der Agenda für dieses Jahr:

  • die Entwicklung des Housingareals
  • ein neues Parkplatz- und Verkehrskonzept mit Radwegenetz

Doch wir sollten uns nicht verzetteln, sondern die personellen und finanziellen Ressourcen der Stadt im Auge behalten und dabei berücksichtigen, dass die einzelnen Maßnahmen sich auch gegenseitig beeinflussen.  Denn das Motto der Hildegard von Bingen: „Alles ist mit allem verbunden“ trifft nicht nur auf die Gesundheit eines Menschen, sondern auch auf die Entwicklung einer Stadt zu. Das noch zu entwickelnde Leitbild der Stadt Bitburg wird diesem Gedanken hoffentlich Rechnung tragen. 


Bitburg, den 26.08.2020

Agnes Hackenberger